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Hydrozele

Hydrozele

Der Begriff Hydrozele stammt von den griechischen Wörtern hydro (Wasser) und cele (Tumor). Die Hydrozele, im Volksmund auch Wasserbruch genannt, ist eine Schwellung des Hodensacks, die durch eine übermäßige Flüssigkeitsansammlung in den die Hoden umgebenden Membranen verursacht wird. Normalerweise befinden sich 0,5 bis 1 ml Flüssigkeit zwischen dem Hoden und der Membran, um die Schmierung des Hodens zu gewährleisten. Bei einer Hydrozele kann diese Flüssigkeitsmenge 100 bis 200 ml und manchmal sogar noch viel mehr erreichen.

Arten der Hydrozele

Angeborene Hydrozele: In der Gebärmutter befindet sich der Hoden im Bauchraum und wandert ab der 14. Schwangerschaftswoche in Richtung Unterleib, um dann in den Hodensack (Skrotum) abzusinken. Das Bauchfell (Peritoneum), das bei diesem Abstieg zusammengeschoben wird, sinkt mit dem Hoden wie ein Handschuhfinger zum Hodensack hinab. Wenn sich dieser Sack nicht schließt, tritt durch diese Öffnung intraabdominale Flüssigkeit aus und sammelt sich im Hodensack um den Hoden herum an und verursacht eine Schwellung, dieser Zustand wird Hydrozele genannt, wenn die Öffnung groß ist, können intraabdominale Organe von hier aus durchhängen und eine Hernie bilden. Wenn die Hydrozele auf die den Hoden umgebenden Membranen beschränkt ist, spricht man von einer Hodenhydrozele, und wenn sie als zystische Struktur entlang des Hodenstrangs begrenzt ist, wird sie als Nabelschnurhydrozele oder Nabelschnurzyste bezeichnet. Eine angeborene Hydrozele tritt bei etwa 6 Prozent der neugeborenen Jungen auf. Die meisten Hydrozelen bei Neugeborenen sind angeboren, aber es ist zu erwähnen, dass Tumore, Infektionen oder Durchblutungsstörungen in dieser Zeit eine Hydrozele verursachen können.

Im Neugeborenenalter werden 2 Arten von Hydrozelen beobachtet

Kommunizierende Hydrozele (assoziierte Hydrozele); dabei ist die zum Hodensack absteigende Bauchhaut vollständig offen,

Bei nicht kommunizierenden Hydrozelen bedeutet dies, dass der abdominale Teil der Membran abnormal geschlossen ist und die Peritonealflüssigkeit im Skrotum eingeschlossen ist.

Hydrozele bei Erwachsenen

Eine Hydrozele tritt bei etwa 1 Prozent der erwachsenen Männer auf, meist im Alter von über 40 Jahren.

Eine Hydrozele kann bei erwachsenen und älteren Männern aufgrund von Verletzungen des Hodensacks, entzündlichen Erkrankungen des Hodens und seiner Anhängsel, Hodentumoren, Varikozele-Operationen und nach Strahlentherapie auftreten. Eine einseitige Hydrozele tritt bei 70 Prozent der nierentransplantierten Patienten auf. Eine Hodentorsion (plötzliche Drehung des Hodens um sich selbst) kann bei 20 % der Patienten eine reaktive Hydrozele verursachen und kann eine Hodentorsion verhüllen, die einen dringenden Eingriff erfordert.

Diagnose der Hydrozele

Die Hydrozele lässt sich durch Anamnese und körperliche Untersuchung leicht diagnostizieren. Viele Hydroceles verursachen keine Beschwerden, und die Patienten suchen in der Regel wegen einer schmerzlosen Schwellung des Hodensacks einen Arzt auf. Der Patient kann ein Schwere- und Völlegefühl im Hodensack verspüren. Selten können sie ein leichtes Unbehagen in der Leistengegend und Schmerzen in der Lendengegend verspüren. Schmerzen sind in der Regel nicht vorhanden, wenn doch, kann dies auf eine begleitende akute Nebenhodeninfektion zurückzuführen sein. Bei einer angeborenen Hydrozele ist es typisch, dass die Schwellung im Hodensack am Morgen verschwindet und im Laufe des Tages stärker wird. Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen treten bei einfachen Hydrozelen normalerweise nicht auf.

Bei der Untersuchung des Skrotums befindet sich die Hydrozele im oberen vorderen Teil des Hodens. 7-10 Prozent sind bilateral. Vor allem Hydrozelen auf der rechten Seite sind meist mit Leistenbrüchen verbunden. Wenn keine Infektion vorliegt, gibt es keine Rötung oder Verfärbung im Hodensack. Wenn der Hodensack in einem dunklen Raum bestrahlt wird und die Ursache der Schwellung eine Hydrozele ist, durchdringt sie das Licht, was als Transullimination bezeichnet wird. Bei einer angeborenen Hydrozele tritt die Schwellung hervor, wenn das Kind aufsteht oder weint, verschwindet aber bei der Untersuchung oder wenn sich das Kind hinlegt.

Zur Bestätigung der Diagnose kann eine inguinal-skrotale Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, die Aufschluss darüber gibt, ob Anomalien des Hodens und der Anhängsel (insbesondere Hodentumore), komplexe zystische Massen, eine Spermatozele oder assoziierte Hernien vorliegen. Der Hoden-Farbdoppler-Ultraschall dient der Darstellung des Blutflusses im Hoden und sollte insbesondere bei Verdacht auf eine Hodentorsion durchgeführt werden.

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